Alphalive mit Flüchtlingen

Alphalive mit Flüchtlingen

Schweiz - Corina berichtet von ihrem Erlebnis von Alphalive mit Flüchtlingen.

Ich habe ein neues Herz bekommen.

Wie alles begann

Alles hatte ganz unauffällig angefangen. Unsere Kirche führt seit Jahren Alphalive durch, zudem hat sie viele soziale Angebote geschaffen, unter anderem ein Deutschkurs für Flüchtlinge. In kurzer Zeit wuchs der Deutschkurs rasant.

Im Herbst 2016 führten mein Mann und ich unseren ersten Alphalive als Hauptleiter durch. Das Ehepaar, welches Alphalive vorher leitete, hatte uns sehr gut in unsere neue Aufgabe eingeführt und uns ihre wertvollen Tipps mitgegeben. Die Anmeldungen kamen über unser Onlineportal rein, wir hatten ein gutes Team zusammen und waren bereit. Etwa eine Woche vor dem Start bekamen wir eine Nachricht, dass drei Personen aus dem Deutschkurs Interesse hätten, den Alphalive zu besuchen. Seit sie in der Schweiz sind, hörten sie überall vom Christentum, von Jesus, es gibt Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Auffahrt. Das warf Fragen in ihnen auf und sie wollten genaueres wissen. Und sie hatten viele Fragen! Was eignet sich also besser als Alphalive?

Um die lange Geschichte kurz zu halten: Aus den drei Personen wurde eine riesige Gruppe, ihr Deutsch war maximal für eine einfache Unterhaltung gut, die eigentlich einfachen Inputs waren jedoch zu schwierig. Übersetzer mussten her! In der folgenden Woche verbrachten wir sehr viel Zeit am Telefon. Über Personen, die jemanden kannten, der jemanden kennen könnte, hatten wir eine Woche später tatsächlich Übersetzer in den Sprachen Arabisch, Kurdisch, Tigrinya und Persisch gefunden! Es war ein Wunder! Von nun an sprachen während des Inputs jeweils mindestens fünf Personen: Die Person, welche auf Deutsch den Input machte und die Übersetzer.

Das Wunder mit den Übersetzern

Unsere Übersetzer waren alle vorbereitet gewesen auf etwas wie Alphalive, obwohl sie selber nicht wussten, in welcher Form es geschehen würde. Sie hatten alle vor einigen Jahren begonnen, eigene Kirchen oder Hauskreise aufzubauen, um den Namen Jesus unter ihrem Volk zu verkünden. So hat etwa der Kurdische Übersetzer einen aktiven Hauskreis für Kurden, die sich wöchentlich treffen und zusammen die Bibel lesen. Die Arabische Übersetzerin ist eine Schweizerin, welche mehrere Jahre in Jerusalem war. Nur wenige Wochen vor unserer Anfrage hatte sie Gott für eine Aufgabe gebeten, bei der sie ihre Arabischkenntnisse wieder einsetzen konnte. Sie hatte dann auch verschiedene Kontakte zu anderen Übersetzern. Ein arabisches Ehepaar, welches sich in Zürich kennengelernt und nach der Heirat dort gelebt hatte, bekam den Ruf, nach Basel zu gehen und dort den Boden vorzubereiten. Sie gehorchten, obwohl sie etwa fünf Jahre lang nichts davon sahen. Wir konnten auf ihrer Arbeit aufbauen und unsere Gäste in guten Händen wissen. Der Mann war selber vom Islam zum Christentum konvertiert und ist ein lebendiger Jesus-Nachfolger. Er wusste aus eigener Erfahrung, wo die Leute standen, die da vor ihm sassen. Kurz nach dem Start unseres Alphalives machte ein junger Mann, der als Missionarskind in einem arabischen Land aufwuchs, Heimatsferien in der Schweiz. Er wurde mit seiner Liebe und Begeisterung für Menschen und Jesus zu einem sehr grossen Segen für unsere Gäste. Es war alles vorbereitet und wir erlebten, wie Gott diesen Menschen begegnete und wie seine Liebe ihr Leben veränderte.

Bin ich bereit?

Für den darauffolgenden Alphalive entschieden wir, dass wir keine gemischten Gruppen mehr machen. Sollte von Seiten der Flüchtlinge immer noch Interesse da sein, würden wir im Frühling 2018 einen Flüchtlings-Alphalive anbieten. Wenn ich ganz ehrlich bin, weiss ich nicht genau, wie ernst ich mich dort selber nahm. Oder, um es anders zu formulieren, glaubte ich nicht, dass so etwas wirklich entstehen würde. Ich glaube eher, ich hoffte sogar, dass es nicht zustande kam, denn wie sollte ich das bloss richtig machen? Mein bisschen Wissen über den Islam kam von Büchern und Texten, die ich einmal gelesen hatte. Sobald die Info über den Flüchtlings-Alphalive draussen war, kamen immer mehr Anfragen von Flüchtlingen und Fremdsprachigen. Gott forderte mich hier heraus. Doch wie gesagt, war alles bereits vorbereitet. Und es kam noch besser: Die neu erschienene Alphalive Filmserie wurde schon in viele Sprachen übersetzt, die nun alle zur freien Verfügung stehen! Nur brauchte ich dieses Mal noch mehr Übersetzer, da noch mehr Sprachen vorhanden waren als beim letzten Mal.

Es geht los!

Wir hatten eine neue Gruppe an Übersetzern zusammen, die meisten von ihnen kannten Alphalive noch gar nicht – und sollten sogleich eine Gruppe selbständig leiten. Mit dabei waren aber zwei Arabische Männer, die sich im letzten Alphalive für ein Leben mit Jesus entschieden hatten und jetzt ihre Erfahrungen weitergeben wollten. Doch bereits am Visionstreffen für die Leiter gab es eine Ernüchterung: die Hälfte der Gruppe erschien nicht, sie hatten den Termin vergessen. Und das sollte unser Leiterteam sein! Auf sie mussten wir vertrauen, damit wir diesen Alphalive durchführen können. Es war ein Gedanke, an den wir uns gewöhnen mussten: Schweizer sind immer sehr pünktlich und zuverlässig mit Terminen. In anderen Kulturkreisen wird das viel lockerer gehandhabt und ist zudem viel lebendiger. Wir stellten uns darauf ein, dass es mit den Gästen noch viel „lockerer“ sein würde und wiesen unsere wenigen Schweizer Leiter an, sich ebenfalls darauf einzustellen. Es zeigte sich bald, dass es gut war, darauf gefasst zu sein. Am ersten Abend assen wir mit 40 Personen zu Abend. Zuvor hatten wir an vier verschiedenen Stationen die Videos installiert, damit wir den Alphalive Input in sieben verschiedenen Sprachen anschauen konnten: Arabisch, Persisch, Kurdisch, Tigrinya, Spanisch, Englisch und Deutsch. So sassen alle bereits in den Gruppen, in denen sie sich später austauschten.

Die Alphalive Filmserie war eine grossartige Unterstützung und erlaubte den Kleingruppenleitern, sich mehr auf die Leitung der Diskussion und auf die Beziehungen zu den Teilnehmern zu konzentrieren, als auf die Übersetzung. Die Gemeinschaft stand im Zentrum. "Danke für eure Liebe und dass ihr euch für uns interessiert.", sagte Ismir* am Schluss des Alphalives.

Es zeigte sich bald ein weiterer Vorteil der Filmserie: Wie erwartet variierten die Besucherzahlen in den kommenden Wochen sehr stark, als dann noch der Ramadan begann, spürten wir das zunächst ebenfalls. Es kam vor, dass eine Person für einen Abend dabei war, deren Sprache wir bisher nicht hatten. Doch wir mussten nur einen zusätzlichen Laptop aufstellen und konnten die Sprache ohne grossen Aufwand zur Verfügung stellen. Es bildete sich bald eine Kerngruppe, die sehr ernsthaft und zuverlässig kam und sich nicht beirren liess, wenn sie die einzigen in ihrer Sprachgruppe waren, die überhaupt erschienen. Wie etwa Mahmad, der eines Abends als einziger Araber kam und nach dem Essen wie selbstversändlich vor den Video sass und darauf wartete, dass es los ging. Wir hatten alle damit gerechnet, dass er sich verlegen wieder zurückziehen und nach Hause gehen würde. Für Mahmad waren es prägende Wochen: "Danke für die Gespräche, die Gemeinschaft, die Liebe und dass ihr euch für uns interessiert habt. Ich habe gelernt, tolerant zu sein."

Insgesamt haben in dieser Zeit gut 60 Personen mindestens einmal von Jesus gehört. Eine Übersetzerin sagte zu mir: "Ich bereite mich jede Woche so gut wie möglich vor. Wenn die Leute nur einmal kommen, ist egal. Dann sollen sie aber an diesem einen Abend von Jesus hören und ihn erleben." Es gab viele Personen, die nur einmal dabei waren, die Gründe dafür waren unterschiedlich. Einige mussten wegen Schengen-Dublin von einer Woche auf die nächste ausreisen, andere hatten kein Interesse, nochmal andere keinen Mut. Immer wieder mussten sie Termine vom Sozialdienst wahrnehmen, die nicht verschoben werden können. Zwei Frauen durften gar von ihren Männern aus nicht teilnehmen und fanden Möglichkeiten, geheim trotzdem dabei zu sein. Auch für's Wochenende meldeten sie sich an, durften dann aber trotzdem nicht kommen.

Neues Herz bekommen

Am Alphalive Wochenende zeigte sich einmal mehr, dass der Heilige Geist in all den Wochen zuvor bereits gewirkt hatte, auch wenn wir es nicht wahrgenommen hatten. Als wir für alle einzeln Gebet anboten, nahmen es fast alle in Anspruch und wir erlebten wie Gott diesen Menschen begegnete. "Meine Seele ist völlig neu, danke danke danke!“, bedankte sich Mehari für das Gebet. Oder da war Wahid, ein persischer Mann, etwa Mitte 50, der weinend und schluchzend in unseren Armen lag und sein Leben Jesus übergab. Wahid, der letztes Jahr zweimal versuchte, sich das Leben zu nehmen, wurde mit neuem Leben und einem neuen Herzen beschenkt. Wie gross die Last war, die da von seinen Schultern abfiel, war ihm sogar körperlich anzusehen: die gebückte und eingefallene Haltung ist weg, sein Gang ist nun aufrecht und frei. „Heute ist ein guter Tag! Ich habe ein neues Herz bekommen!", strahlte er.Was mich besonders begeistert an dieser Geschichte: vor dem Wochenende erhielt dieser Mann eine Nachricht von einem Landsmann, der drohte, ihm etwas anzutun, sollte er seine Religion wechseln. Er liess sich davon nicht einschüchtern, er hat das Leben gefunden und ist frei.

Andere erlebten das erste Mal Vergebung und konnten alte Lasten aus ihrem Leben Gott hingeben: "Endlich konnte ich meine Schuld abgeben, die mich seit meiner Kindheit belastete und mich immer schuldig fühlen liess."

Ein Zuhause schaffen

Die Zeit war reif, um dieses Experiment "Flüchtlings-Alphalive" zu wagen. Gott hat den Boden bereits vorbereitet. Mit der Alphalive Filmserie in den verschiedenen Sprachen braucht man nur genug Laptops, Beamer oder Bildschirme, um den Flüchtlingen für einen Abend lang ein schönes Zuhause zu bieten, wo sie ernstgenommen werden und über ihre Fragen diskutieren können. "So wie hier müsste die Welt sein. Viele Nationen zusammen, aber alle sind gleich, wir diskutieren und lernen voneinander. Das ist gut.", sagte Tarek, "So schön, dass wir zusammen sprechen können, ohne Telefon. Wir hatten eine so gute Zeit zusammen, ohne Bier."

Das Herz von Jesus ist wunderschön und gerade in der Arabischen, Persischen und Afrikanischen Kultur haben sie ein besonderes Auge für diese Schönheit. Gott hat durch diesen Alphalive das Leben und das Herzen von Menschen aus aller Welt verändert. Gottes Liebe war überall: "Ich habe hier so viel Liebe gespürt."

*Alle Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.

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