Joel und Vane, Argentinien

Joel und Vane, Argentinien

Cordoba, Argentinien

Mit Tinte geschrieben

IM HERZEN DER ARGENTINISCHEN STADT CORDOBA, IN EINEM KLEINEN, KUNSTVOLL EINGERICHTETEN TATTOO-STUDIO, SITZT ALEX WATTS MIT JOEL UND VANE ÜBER EINEN KNALLROTEN BILLARDTISCH GEBEUGT UND HÖRT SICH IHRE GESCHICHTE AN. HIER, IM FAITH TATTOO, WO DAS JUNGE PAAR WOCHE FÜR WOCHE TÄTOWIERUNGEN ENTWIRFT, BEGINNT MAN ZU VERSTEHEN, WARUM DIE BEIDEN NICHT NUR ALS KÜNSTLER, SONDERN AUCH ALS CHRISTEN SO HOCH IN KURS STEHEN.

Joel wuchs in einer christlichen Familie auf, die aber, wie er betont, den Glauben nicht ernst nahm. Ihm erschien der Sonntag vielmehr wie das Jüngste Gericht. Im Übrigen waren seine Eltern nie da. «Wenn mein Vater einmal nach Hause kam, dann schleifte er mich in die Kirche. Das verstärkte die Entfremdung zwischen mir und der Kirche und natürlich auch zwischen mir und meinem Vater immer mehr.» Mit sechzehn lernte Joel ein Mädchen kennen, dessen Mutter praktizierende Hexe war. «Aus purer Neugier begann ich selbst mit diesen übernatürlichen Dingen zu experimentieren und verstrickte mich zunehmend in die Welt des Okkultismus.» Zeitgleich begann Joel, Drogen zu konsumieren. Wie sehr er es auch nach aussen zu verbergen versuchte, innerlich spürte er, wie er unweigerlich seiner Zerstörung entgegenlief. «Dabei ging es mir nicht darum, schlechte Dinge zu tun, sondern einfach nur darum, neue Empfindungen zu erleben.» Schon bald kam Joel in Kontakt mit einem Satanisten-Zirkel. Vier- oder fünfmal nahm er an ihren Treffen teil. «Den Satanismus verkauften sie gut, als wäre das etwas individuelles und persönlich Notwendiges », erzählt Joel. «Und es hatte etwas, was mich weiter hineinzog.» All das geschah vor seinem zwanzigsten Geburtstag.

Joel erinnert sich, wie seine Situation immer ernster wurde. Weil er zunehmend mit Halluzinationen kämpfte, glaubten die Ärzte, er werde wahnsinnig. Es war in einer Zeit tiefer Verzweiflung, als er Vane kennenlernte. Vane wuchs unweit von Cordoba in einer christlichen Familie auf. «Meinen Glauben hatte ich nie aufgegeben», erzählt sie, «aber er war nicht wirklich lebendig.» Joel beschreibt, wie seltsam es für ihn war, in Vanes Familie diesen doch aktiven Glauben zu sehen. «Nach allem, was ich durchgemacht hatte, war ich jedoch weit davon entfernt zu denken, Christ zu werden könnte eine Lösung für mich sein. Trotzdem entschloss ich mich zu einem Versuch. Ich wollte sehen, was es damit auf sich hatte.» Joel ging nicht mehr zu diesen Satanen-Treffen und hörte auch mit dem Drogenkonsum auf. Doch eine tiefe Leere blieb. Vane ging es auf ihre Weise ähnlich. «Ich konnte einfach keinen Lebenssinn finden. Seit ich dreizehn war, war ich stets damit beschäftigt, meine innere Leere zu füllen; und doch ahnte ich irgendwie, dass diese Leere von der Abwesenheit Gottes in meinem Leben herrührte.»

Joel und Vane beschlossen zu heiraten. «Es war zunächst alles andere als einfach.» Immerhin ging Joel jetzt mit in die Kirche. «Seit die Leute einmal in der Kirche für mich gebetet hatten, wusste ich, dass es da etwas gab, das mir helfen würde», sagt er. «Trotzdem konnte ich es nicht ganz verstehen. Der Moment jenes Gebetes hatte sich gut angefühlt – wie eine geballte Ladung Aspirin – und meine Kopfschmerzen betäubt. Doch die Glaubenszweifel blieben.»

2014 wurde Joel von einem Freund zu einem Alpha eingeladen. «Es war eine unglaubliche Erfahrung.» Alpha gab Joel den Raum, echte Fragen zu stellen und die Antwort auf seine innere Leere zu finden. «Ich verstand, dass es hier nicht um Religion ging, sondern um eine persönliche Reise zu Gott, die viel mehr versprach, als ich je erlebt hatte. Jede Session befreite und entwirrte ungesunde Teile meiner Gottesbeziehung.» Als habe er eins mit dem Baseballschläger auf den Kopf kriegt, so beschreibt Joel das letzte Treffen von Alpha. «Ich erwachte wie aus einem bösen Traum und fragte mich, warum ich all diesen Mist gebaut hatte.» Joels Leben erfuhr eine Wendung um 180 Grad. «Mein Loch in der Seele wurde gefüllt. An diesem Tag erfuhr ich Frieden. Ich begann zu begreifen, was Vergebung und Gnade bedeuten.» Vane war nicht mit Joel zum Alpha gegangen. Ihre Schüchternheit, sagt sie, sei das Hindernis gewesen. Letztes Jahr entschloss sie sich dann, auch daran teilzunehmen. Für Vane wurden durch Alpha all die Bilder eines harschen, zwingenden Gottes aus dem Weg geräumt. «Meine Beziehung mit Gott wurde in einer Art erneuert und lebendig, wie ich das noch nie zuvor erlebt hatte.»

«Es war verblüffend, auf welche Weise uns Gott individuell weiterbrachte», freut sich Joel. «Jetzt braucht er uns zusammen. Unsere Ehe ist wie neu geworden. Wir sind zwar so verschieden wie Tag und Nacht, aber wir laufen jetzt in dieselbe Richtung.» Joel ist nun 27, und sein Job ermöglicht es ihm, seine Geschichte Leuten zu erzählen, die Ähnliches erlebt haben. «Wenn ich kann, erzähle ich meine Geschichte mit grosser Sorgfalt. Ich versuche deutlich zumachen, dass es einen Ausweg gibt. Das Einzige, was es braucht, ist die Sehnsucht – und das Wissen, dass du es nicht alleine schaffst.»

Vane hat Psalm 23 auf ihren Arm tätowiert. Was jahrelang nichts weiter als ein schönes Tatoo war, hat nun grosse Bedeutung bekommen: «Unsere Arbeit ermöglicht es uns, Leute zu treffen, mit denen andere wohl nie zu tun haben. Den Namen Jesus in die entferntesten Winkel der Erde zu tragen, «Gott hat uns unsere Leben wiedergegeben.» das ist unsere dass Gott uns unglaublich. dem eine Person Jesus begegnet. wenn auch es wert.» Vane lächelt: "Gott hat unser Leben wiedergegeben."

Übersetzt aus dem Alpha Magazin. 

 

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